Andalucia here we come
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Nachdem wir uns in den letzten Wochen schon auf die mögliche „Reisefreiheit“ vorbereitet hatten wurde deutlich, dass es noch nicht so einfach sein würde geöffnete Campingplätze zu finden. Unsere Wahl fiel daher auf BellaVista an der Costa del Sol. Ein paar Nachbarn kannten den Platz und hatten uns empfohlen dorthin zu fahren. Klang für uns nach einem Plan.
Der Name BellaVista sollte leider nicht zum Programm werden. Die Costa del Sol, auch Costa del Golf genannt ist sehr touristisch geprägt. Das ist schon mal grundsätzlich nicht ganz unser Geschmack. Allerdings sind diese Orte so ganz ohne Tourismus, bedingt durch Corona, sehr furchtbar. Auf dem Platz waren noch einige wenige Wintercamper, ansonsten Geisterstimmung. Wahrscheinlich umgab uns beide auch noch der Abschiedsblues aus Mojacar. Es war wirklich nicht so einfach, sich jetzt wieder auf etwas Neues einzustellen. Also gingen wir ans Meer und tranken einen Caipirinha in der nächstbesten Chiringuito.

Für uns war schnell klar, hier werden wir nur maximal zwei Nächte bleiben. Gesagt getan. Wir überlegten uns ins Landesinnere zu fahren. Wir wollten unbedingt die Stadt Ronda sehen, dann nach Córdoba und Jaen und zum Schluss nach Granada, bevor es wieder ans Meer gehen sollte.

Der nächste Platz lag nun also mitten in den Bergen. Schon auf dem Weg dorthin merkten wir wie gut uns diese Entscheidung tat. Wir kamen dort am Nachmittag an und waren fast die Einzigen auf einem ziemlich weitreichenden großen Platz, der terrassenartig angelegt mitten auf einem Berg lag. Am Horizont sichtbar, ein weißes Dorf an einen Berg gebaut, oben auf eine kleine Kathedrale und eine Burgruine.

Ein komisches Gefühl machte sich dennoch breit. Sind wir doch die Einzigen, die sich in diesen Zeiten trauen mit einem Van durch Spanien zu fahren? Wir blieben dennoch. Der Blick und die Ruhe waren unbeschreiblich hier. Am nächsten Morgen kreisten riesige Gänsegeier majestätisch über den Platz. Wir öffneten die hintere Vantür und tranken unseren Kaffee mit diesem unbeschreiblichen Blick über die Berge. Schon besser.
Von hier aus konnten wir nun einen Tagesausflug mit dem „Dicken“ in das Städtchen Ronda machen!
Was uns in diesem Städtchen geboten wurde war unfassbar! Was für eine Stadt!!! Hier können wir wohl am besten die Fotos sprechen lassen.

Als wir am Abend zurück auf den Platz kamen, standen dann auch tatsächlich ein paar weitere Camper da und die Lage entspannte sich nochmals!
Am nächsten Morgen hupte es vor unserem „Dicken“ und ein kleines Auto hielt direkt vor unserem Platz. Wir waren komplett verblüfft! Das war doch tatsächlich ein Brötchenservice! Ein Auto mit frischem Brot und Brötchen im Kofferraum, direkt passend zum Frühstück! Wir kauften eine Tüte und waren glücklich hier zu sein.
Wir fühlten uns jeden Tag ein wenig wohler, das Wochenende stand vor der Tür und es zeigte sich, die Spanier packen auch für 3 Tage ihren Wohnwagen und fahren raus. Wie schön.

Nach diesen Tagen in den Bergen ging es für uns Richtung Cordoba. Wir hatten einen Platz gute 35km außerhalb gewählt, von hier aus gab es eine Busverbindung in die Stadt und die Parkplatzsuche wurde uns erspart. Ansonsten gab es nicht allzu viele nennenswerte Annehmlichkeiten auf diesem Platz. Die Hoffnung das die nahen Straßen nicht zu laut zu hören sein würden, bewahrheitete sich, alles andere, nun gut. Es war ein Platz der den Eindruck erweckte, dass Menschen hier das ganze Jahr über wohnten und das Jugendgruppen eine Zielgruppe sind. Es war zwar nicht voll, aber wieder sagte das Bauchgefühl, das wird eher nicht unser Platz. Aber das brauchte er auch nicht, wir wollten ja eh nach Cordoba.
Auch Cordoba hat unser Herz erobert. Die Mezquita… Ach schaut einfach selbst.

Was für eine beeindruckende Kathedrale/Moschee. Wer nach Cordoba kommt, sollte sie gesehen haben. Auch so hat die Stadt viel zu bieten. Das Jüdische Viertel begeistert mit seinen schmalen Gassen, dem Kunsthandwerk und den Bodegas. Vieles geschlossen, man merkt auch hier den fehlenden Tourismus sehr.
Es wird heiß in Spanien und das merkt man natürlich sehr in den engen Städten. Wir fanden ein schattiges Plätzchen in der Nähe einer Tanzschule, beobachteten die dort eintreffenden Tanzschüler und genossen dennoch die Ruhe einer noch leicht verschlafenen Stadt.
Die Entscheidung keinen zweiten Tag in die Stadt zu fahren, führte dann zu der Frage, wo denn jetzt hin? Wir hatten uns bereits gegen einen Abstecher in die Gegend um Jaen entschieden, wir merkten mehr und mehr das wir gerade nach so einer langen Zeit des Stillstands, jetzt auch die Zeit brauchten die vielen Eindrücke zu verarbeiten, statt mehr und mehr aufzunehmen. Eigentlich war geplant zurück ans Meer. Doch irgendwie bedrückten uns noch die letzten Plätze. Da wir ein relativ festes Zeitfenster und einen Wunschcampingplatz für Granada hatten, sollte der Platz am Meer einer werden an dem wir mehrere Tage verweilen konnten. Wenn es der aber nun nicht ist, was dann? Je später wir da ankommen, desto weniger schlimm wenn er es nicht ist?! Oder? Mit den vielen Gedanken dazu wachten wir beide am nächsten Morgen auf und hatten die selbe Entscheidung gefällt. Wir wollen eine Nacht freistehen und zwar an einem See in der Nähe des berüchtigten Caminito del Rey, des ehemals gefährlichsten Weges der Welt. Gesagt getan, Abwasch erledigt und dann das wahrscheinlich Beste an diesem Cordoba-Besuch-Campingplatz, ein paar Bahnen im Pool, ganz alleine…

Auf dem Weg dorthin stieg die Spannung. Werden wir mutig genug sein? Sind dort noch mehr Camper oder werden wir ganz alleine sein? Kommt jemand und scheucht uns weg? Wir werden sehen. Angekommen waren wir ganz alleine und konnten ganz vorne mit Blick über den See bis hin zum Staudamm stehen. Was für eine Kulisse. Perfekt für die erste Nacht. Wir haben noch einen Spaziergang in der näheren Umgebung gemacht und sind noch etwas essen gegangen. Die Sonne neigte sich dem Untergang und diesen Moment wollten wir auf unserem kleinen Stellplatz erleben, also schnell zurück. Mit einem Gin Tonic in der Hand und klopfenden Herzen erlebten wir den Sonnenuntergang und zogen uns dann in den „Dicken“ zurück. Nach und nach fuhren auch keine Autos mehr, es waren eh nicht viele auf der Straße durch den Nationalpark. Es wurde still. Und wir auch, wir lauschten den wenigen Geräuschen um dann einen wunderschönen Sternenhimmel zu beobachten und Sternschnuppen zu zählen. Eine hat tief und fest geschlafen, die andere hat alle halbe Stunde aus dem Fenster geguckt ob jemand kommt…
… kam aber keiner. Ergebnis am nächsten Morgen: Eine ausgeschlafen, die andere nicht, aber beide stolz wie Oskar.
Nach dem ersten Kaffee fuhren wir runter an den See. Dort genossen wir noch ein wenig die Ruhe und als es trubeliger wurde, ging es für uns weiter…

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Petra Behrsing

    Ronda kennen wir auch und wollten Da eigentlich nicht weg. Aber Granada und die Alhambra ist der Hammer. Wir hatten damals per Internet die Eintrittskarten vorbestellt, hatte sich bewährt. Das war allerdings 2009!

    1. Anke

      Wir haben das unfassbare Glück das wir auf Grund von Corona keine Tickets für die Alhambra zwingend vorreservieren müssen, freuen uns riesig drauf und werden berichten. 😉 Eure Leidenschaft für Ronda können wir mehr als nachvollziehen, so traumhaft.

  2. Ice

    In Granada unbedingt mit einem Vino auf den Mirador San Nicolás, am besten zu Sonnenuntergang. Phantastische Aussicht mit meist live Gitarrenmusik. Und falls schon geöffnet, unbedingt in ein paar Tapasbars, mitunter die Besten in ganz Spanien. Alhambra ist ein Muss. Und falls ihr noch eine Stadt in Andalusien besuchen wollt, empfehle ich Sevilla sehr. Viel Freude beim Erkunden und Wieder-on-the-road -sein! 🙂

    Sonnige Grüße aus der Hansestadt

  3. Anthea Bass

    Hi girls, you look like you are having a great time and now the border is open I hope you enjoy Portugal. Love Anthea xxx

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